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DON`T KILL YOUR LOVE...BUY LEGAL CDs AND SUPPORT THE BANDS LIVE!!! STAY HEAVY!

Samstag, 20. Januar 2018

xxxNEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS +++ NEWS

KAMELOT haben den Titel ihres nächsten Albums bekanntgegeben: "The Shadow Theory" wird bereits im Frühjahr bei Napalm Records erscheinen. Für den Herbst ist zudem eine ausgedehnte Europa Headliner Tour in Planung +++ Auch PRIMORDIAL stehen kurz vor der Veröffentlichung ihres nächsten Lonplayer. Am 30.3. wird "Exile Amongst the Ruins" via Metal Blade Records das Licht der Welt erblicken +++ SHIELDS aus London wurden von Long Branch Records unter Vertrag genommen. Das erste Lebenszeichen dieser Zusammenarbeit gibt es am 26.1. in Form der Single "It's Killing Me" auf die Ohren +++ ASPHYX wurden für das Way of Darkness Festival 2018 in der Stadthalle Lichtenfells bestätigt +++ Tour Dates ENSIFERUM with EX DEO: 3.4. Hamburg / Grünspan, 8.4. Rostock / Mau, 14.4. Leipzig / Hellraiser, 15.4. Ludwigsburg / Rockfabrik, 17.4. Dornbirn (A) / Conrad Sohm, 28.4. Geiselwind / Music Hall, 2.5. Köln / Essigfabrik, 3.5. Hannover / Musikzentrum, 4.5. München / Backstage, 5.5. Dresden / Loco Club, 6.5. Wien (A) / Szene, 11.5. Wörgl (A) / Komma +++

Dienstag, 16. Januar 2018

SPIRIT ADRIFT / "Curse of Conception" / Label: 20 Buck Spin / 8 Tracks / 46:44 Min

Wenn du aufhörst dich zu verändern, bist du am Ende. (Benjamin Franklin)

SPIRIT ADRIFT stehen noch ganz am Anfang ihrer Karriere - "Curse of Conception" ist erst der zweite Longplayer, der 2015 gegründeten Truppe aus Arizona/USA.
Um ein vorschnelles Ende abzuwenden, was in der heutigen Veröffentlichungsflut schneller geschehen kann, als einem lieb ist, setzen SPIRIT ADRIFT zum einen auf Qualität, zum anderen aber eben auch auf Abwechslung.

Kann man das grobe Klanggerüst, auf das die US-Amerikaner aufbauen, als Doom Metal bezeichnen, dreht Mastermind Nate Garrett bei jedem Song etwas an den Stellschrauben, was zur Folge hat, dass "Curse of Conception" mehr als nur einmal über den Genre-Tellerrand hinausschaut.
So kann man bei "To Fly on Broken Wings" zarte METALLICA Reminiszenzen vernehmen, beim Entstehungsprozess von "Starless Age (Enshrined)" dürften THIN LIZZY vorbeigeschaut haben, zudem trägt das ein oder andere Riff die Handschrift der NWoBHM und auch die Soli und explizit die Harmonien sind alles andere als Doom-Konfektionsware.
Zudem jagen SPIRIT ADRIFT gerne mal das ein oder andere Instrumental/Akustik-Signal durch den Äther, wie beispielsweise bei "Wakien" (komplett instrumental gehalten) oder bei "Earthbound" (hier optional).
Ansonsten treiben sich SPIRIT ADRIFT kreuz und quer im Doom-Obstgarten herum und naschen von altbekannten Früchten mit wohlklingenden Namen, wie z.B. CANDLEMASS, PALLBEARER oder PENTAGRAM.

Das Beste jedoch, ganz so wie es sich gehört, haben sich SPIRIT ADRIFT für den Schluss aufgehoben: "Onward, Inward".
Der Abschlußtrack glänzt nämlich nicht nur durch seine dynamischen, als auch epischen Momente, sondern hauptsächlich mit einer besitzergreifenden Atmosphäre. Großartig! (JK)

8 von 10

https://www.facebook.com/SpiritAdrift
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Samstag, 13. Januar 2018

IGORRR / "Savage Sinusoid" / Label: Metal Blade Records / 11 Tracks / 39:26 Min

Der organisierte Wahnsinn ist die größte Macht der Welt. (Gerhart Hauptmann)

Zutatenliste:
Je 125g französische und russische Folklore, 250g Blastbeats, 175 g frischen Breakcore, 1 Packung Dubsteb, 2 Tropfen Hundegebell, 8 EL klassische Arrangements, 3 TL Atari Sound und eine große Prise Wahnsinn.

Zubereitung:
1. Französische und russische Folklore im Wasserbad vorsichtig auflösen, dann zur Seite stellen.
2. Fein gesiebten Dubsteb mit grob gemahlenen Blastbeats mischen.
3. Backblech einfetten und den Ofen auf 666 °C (Umluft) vorheizen.
4. Dubsteb-/Blastbeats-Mischung vorsichtig mit der Folklore vermengen, mit klassischen Arrangements abschmecken.
5. Den Teig gleichmäßig auf dem Backblech verteilen.
6. Danach Breakcore steif schlagen, mit Hundegebell, Atari Sound und reichlich (genialem) Wahnsinn verrühren.
7. Die Creme gleichmäßig auf dem Teig verteilen
8. Dann den "Savage Sinusoid" Kuchen sofort in einen baroken Polka-Ofen schieben und für genau 39.26 Minuten backen.
9. Nach dem Backen den Kuchen auf einem Avantgarde-Kuchengitter auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Elektro-Zuckerguß verzieren.

Wir wünschen guten Appetit (JK)

7.5 von 10

http://igorrr.com/
https://www.facebook.com/IgorrrBarrroque

Mittwoch, 3. Januar 2018

MOONSPELL / "1755" / Label: Napalm Records / 11 Tracks / 47:46 Min

Es hilft nichts, die Vergangenheit zurückrufen zu wollen, außer sie wirkt noch in die Gegenwart hinein. (Gilbert Keith Chersterton)

Lissabon, 1. November 1755 - bis heute hat dieses Datum in Portugal nichts von seinem apokalyptischen Character verloren. Wurde an diesem Tag die portugiesische Hauptstadt doch innerhalb weniger Minuten durch ein Erdbeben nahezu vollständig zerstört, zehntausende Menschen starben.
Eine Katastrophe nie gekannten Ausmaßes, die im Nachhinein betrachtet jedoch nicht nur negativ bewertet sein will.
Notgedrungen waren die Einwohner nach dieser Katastrophe gezwungen, ihre Stadt neu aufzubauen bzw. zu erneuern, was zwangsläufig dazu führte, dass Lissabon modernisiert wurde. Innerhalb kürzester Zeit warf man so Mittelalter und Barok über Bord und machte sich auf zu neuen Ufern.
MOONSPELL nehmen sich diesem Thema auf ihrem 12. Longplayer nun an und machen sich dabei ebenfalls zu neuen Ufern auf - mal wieder.
War das Vorgängeralbum "Extinct" noch auf melodisch vertonte Schwermut gebettet, geben MOONSPELL auf  "1755" nun vermehrt bombastischen, als auch harscheren Tönen dem Vorzug - getreu dem Motto: Was gestern war, ist lange vorbei - kommt aber irgendwann mal wieder zurück.
Dabei herausgekommen ist ein Konzeptalbum, das nicht nur komplett in portugiesisch eingesungen wurde, sondern (leider) auch schwerer zugänglich ist, als der direkte Vorgänger.
Zum einen mag dies am bereits erwähnten (thematisch passenden) Schachzug liegen, das Album in der Muttersprache von Fernando Ribeiro & Co zu vertonen, hauptsächlich aber daran, dass MOONSPELL auf "1755" seltenst auf den (musikalischen) Punkt kommen.
So bleibt vom Album, bis auf wenige Ausnahmen ("Evento", "Ruinas", "Todos Os Santos"), nicht wirklich viel hängen, außer der Erkenntnis, dass nicht jede Sound-Veränderung, oder nennen wir es Weiterentwicklung, vorteilhaft sein muss.
Letztendlich stellen sich MOONSPELL mit ihrem diesmal gewählten Kurs mehrfach selbst ein Bein, sodass selbst die dunkle, bedrohliche Stimmung und die zarte Rückbesinnung auf schwarzmetallisches Stimmakrobatik nicht genügend Gewicht haben, um "1755" eine höhere Punktzahl als "Extinct" zukommen zu lassen.

So bleibt unterm Strich, ein in sich stimmiges Konzeptalbum - zumindest was den Kontext und die orchestralen Arrangements samt Chören betrifft - aber eben auch, eine Veröffentlichung, der es schlichtweg an Songs fehlt, die man auch in ein paar Jahren noch, gerne auf jeder Setlist sehen möchte. (JK)

7 von 10

https://www.facebook.com/moonspellband/
https://shop.napalmrecords.com/

Dienstag, 19. Dezember 2017

Vorankündigung: BATUSHKA - SCHAMMASCH - TREPANERINGSRITUALEN - 24.1.2018 München / Backstage

http://backstage.info/

TROLLECH / "Každý Strom Má Svůj Stín" / Label: Ketzer Records / 8 Tracks / 39:05 Min

Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich nicht vor meinem Dunkel scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Zypressen. (Friedrich Nietzsche)


Als ob es nicht schon genügend Genres und Unterkategorien im Metal geben würde, fügen die Tschechen TROLLECH dem Ganzen noch eine weitere metallische Schublade hinzu: Pure Forest Back Metal.

Kreativ sind die vier Tschechen, das muss man ihnen lassen - leider aber (zumeist) nur was das (Er)Finden von neuen Klassifizierungen betrifft. Musikalisch gesehen dagegen scheint die Phantasie (kreativer Art) von TROLLECH eher darauf bedacht zu sein, sich möglichst oft auf Tauchstation zu begeben.
Nicht dass das "Každý Strom Má Svůj Stín" ohne Höhepunkte auskäme oder gar, nicht hörbar wäre - keineswegs.
Der raue Mix aus Black Metal (skandinavische Schule) und Pagan Metal (osteuropäische Prägung) ist zumindest von der Umsetzung alles andere als schlecht gemacht und weiß, wenn auch nicht durchgängig, durchaus zu gefallen.
Vor allem der Opener "Hladiny vod" mit seinen immer mal wieder kurz aufblitzenden AGALLOCH Reminiszenzen und seinen Tempowechseln, sowie das zu gleichen Teilen abwechslungsreiche und eingängige "Každý Strom Má Svůj Stín" haben genügend Potenzial, um länger in Erinnerung zu bleiben.

Und trotzdem erinnert das siebte Studioalbum von TROLLECH oftmals an einen Besuch auf einem Gebrauchtwagenmarkt: Die Autos glänzen in der Sonne, das Angebot ist abwechslungsreich und auf den ersten Blick ist alles in Ordnung.
Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man die kleinen Dellen, findet man den ein oder anderen Kratzer und stößt dabei auch auf verbaute (Ersatz-)Teile, die schon durch viele Hände gegangen sein müssen. Eigentlich nichts verwerfliches - handelt es sich doch um gebrauchte Ware.
Dennoch liegt genau hier der Hund begraben, zumindest in Fall von TROLLECH. Beschleicht einen doch des Öfteren das Gefühl, dass die Tschechen ihr Album mit (Ersatz-)Teilen anderer Bands zusammengeschustert haben.
Das Resultat: Irgendwann (sehr schnell) hat man sich satt gehört, und die anfängliche (Teil-)Zustimmung schlägt um in Langeweile.

So bleibt am Ende ein Album mit zwei guten Tracks (s.o.) übrig, das es im internationalen Vergleich aber schwer haben dürfte, für Furore zu sorgen.

6 von 10

https://www.facebook.com/trollech
https://trollech.bandcamp.com/

Vorankündigung: ACCEPT + NIGHT DEMON - 14.1.2018 München / Tonhalle

http://backstage.info/

Vorankündigung: RAGE + FIREWIND + DARKER HALF - 9.1.2018 München / Backstage

http://backstage.info/

Montag, 18. Dezember 2017

Konzertbericht GAAHLS WYRD + THE GREAT OLD ONES + AUDN - 12.12.2017 München - Backstage (Halle)



"... siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem (Black Metal-) Volk widerfahren wird" -  GAAHLS WYRD “VARDØGER EUROPEAN TOUR 2017” 

"Ja ist den schon Weihnachten?" mag sich so manch einer gedacht haben, als bekannt wurde, dass Kristian Eivind Espedal alias Gaahl, kurz vor den Feiertagen, eine kleine aber feine Tour durch Europa fährt.
Zwei Jahre ist es jetzt her, dass Gaahl den Weg zurück in den Schoß der Metal Community gefunden hat, von der er sich einige Zeit distanziert hatte. Außer einem Konzert beim Blekk Metal Fest in Bergen am 15.11.2015 und der Ankündigung, unter dem Banner GAAHLS WYRD Alben aufnehmen zu wollen, ist seitdem allerdings nicht viel passiert - bis jetzt. 
Erstmals seit seinem Ausstieg (nennen wir es mal so) bei GORGOROTH, seinem Coming-Out und dem kurzen Intermezzo bei GOD SEED, packt Gaahl nun wieder das Reisefieber. 
Begleitet wird der Tour-Tross von THE GREAT OLD ONES  aus Frankreich und AUDN aus Island.


AUDN

Ein paar Minten später als auf den Eintrittskarten angegeben, eröffnen die fünf Isländer von AUDN den Konzertabend, um kurz vor 20 Uhr.
Island ist nicht erst seit heute ein gutes Pflaster für Black Metal, was eine stattliche Anzahl von genretypischen Bands beweist, die diesem bevölkerungsarmen Inselstaat entstammen. Entgegen den szenetypischen Gepflogenheiten verzichten AUDN auf jede optische Zierde, die Unwissenden den entscheidenen Hinweis geben könnte - kein Corpsepaint, keine Nieten, nicht einmal bedruckte Band-Shirts zieren die schlanken Körper der isländischen Emporkömmlinge. Ganz so wie HAM, die Urväter der isländischen Szene, setzen AUDN stattdessen auf ein eher klassisch gehaltenes Outfit: Schwarzes Hemd, schwarze Hose und teilweise auch noch ein Sakko, im selben Farbton.

AUDN (© by metal-is-forever-alive)
Der Einfluss von HAM ist bei AUDN übrigens auch musikalisch nicht gänzlich von der Hand zu weisen, auch wenn AUDN ihre Kompositionen um einiges harscher und riffbetonter auskleiden. Eine Dreiviertelstunde haben die Isländer Zeit, um mit diesem Gemisch in München auf Seelenfang zu gehen. Ein Unterfangen, das durchaus als von Erfolg gekrönt bezeichnet werden kann, zumindest wenn man die Begeisterung in den ersten Reihen als Maßstab nehmen will. Der ein oder andere, der nach dem letzten Song der Isländer lautstark eine Zugabe (die leider nicht geboten wird) fordert, wird nach dem Gig zudem am Merchstand gesichtet, um sich dort mit dem aktuellen Longplayer oder einem Leibchen (mit Aufdruck) einzudecken -  AUDN, ein Name, den man sich merken sollte.

THE GREAT OLD ONES

Mystisch und mit einer unübersehbaren Huldigung für H.P. Lovecraft (sein Konterfei ziert das riesige Backdrop), findet der Abend seine Fortsetzung. 
Es ist kein Geheimnis, auch wenn THE GREAT OLD ONES immer noch als Geheimtipp gehandelt werden, dass die Franzosen ein Faible für den amerikanischen Horrorliteraten haben - nehmen sich doch alle Alben (bisher drei Stück an der Zahl) der Franzosen, ausnahmslos den Fantasygeschichten des Autors an. 
Das aktuelle Werk "EOD: A Tale of Dark Legacy" ist zwar bereits schon im Januar dieses Jahres erschienen, ist deswegen aber nicht weniger interessant. Wobei interessant auf Platte und interessant in der Live-Umsetzung, zwei paar verschiedene Stiefel sind. 
THE GREAT OLD ONES (© by metal-is-forever-alive)
Können THE GREAT OLD ONES in der Konserve, mit ihren teils überlangen Stücken, mühelos eine düstere Atmosphäre heraufbeschwören, fällt ihnen dies (zumindest heute Abend) auf der Bühne merklich schwerer. Und so dauert es einige Minuten, bis immerhin Teile des Publikums, mit dem Dargebotenen warmwerden. Wobei "warm werden" eher der falsche Ausdruck ist, für eine Band, die ihren Sound irgendwo zwischen morbide und aggressiv angesiedelt hat. 
Da sich zudem, zum insgesamt doch sehr monoton wirkenden Sound, relativ wenig auf der Bühne abspielt, sieht man mal von den Positionswechseln, der mit Kapuzen (teil-)verhüllten Gestalten ab, hält sich die kollektive Begeisterung arg in Grenzen, sodass THE GREAT OLD ONES am Ende, unter Wert geschlagen, den Rückzug antreten.

GAAHLS WYRD

Danach macht sich allenthalben eine spürbare Vorfreude auf den Gig von Gaahl und seinem neuen Projekt breit, die einhergeht mit einer Spannungsnote, weiß im Prinzip doch keiner der Anwesenden, was ihn nun erwartet. 
GAAHLS WYRD (© by metal-is-forever-alive)
Gaahl hat zwar seit etwas mehr als zwei Jahren seine aktuelle Tuppe zusammen, hat aber immer noch kein (Debüt-)Album auf die schwarze Gemeinde losgelassen. So ist die Live-Aufnahme von besagtem Auftritt (Blekk Metal Fest in Bergen) bisher das einzige vertonte Zeugnis, von GAAHLS WYRD. Da dieses Album aber "nur" mit sechs Titeln bestückt wurde, die bis auf "Aldrande Tre" (GOD SEED) allesamt aus seligen TRELLDOM Zeiten stammen, existiert bis heute leider kein neues Material von Gaahl und seinen Mannen. 
Daran sollte sich auch heute Abend nichts ändern, und trotzdem gestallten sich die nun folgenden 90 Minuten als Hochgenuß für jeden Liebhaber schwarzmetallischer Klänge. 
Mit Corpsepaint und bedächtigem Schrittes voranschreitend, gekleidet mit schwarzer Jeans, Rollkragenpulover und Lederjacke, erscheint Gaahl wenige Momente nachdem seine musikalischen Zuarbeiter die Bühne betreten haben, auf der selbigen. 
                                                                                       
GAAHLS WYRD (© by metal-is-forever-alive)

Wobei "erscheint" in diesem Fall wörtlich zu nehmen wäre. Gleich einer religiösen Erscheinung, die eine mystische Aura umgibt, betritt Gaahl die Szenerie und veredelt die instrumentalen Klänge von "Steg" mit seinen Vocals, die bei diesem Song ihren beschwörenden Charakter voll entfalten können. Innerhalb weniger Momente ist das Backstage von der Bühne ausgehenden Magie in Besitz genommen und lässt sich vom Maestro für die nächsten 90 Minuten an die Hand nehmen. 
Wobei heute auch "an die Hand nehmen" wörtlich zu nehmen wäre - Gaahl badet (im übertragenen Sinne) in Wellen aus ihm entgegen gereckten Händen, lässt sich anfassen und lässt dabei Energie (welcher Art auch immer), von seinen Fingern, in die des Gegenübers fließen. Selten war Black Metal mehr spirituell als heute Abend. 
Den Höhepunkt dieses Energieflusses erreicht die Messe zu "Incipit Satan", welches wohl nur von Gaahl himself, in dieser beschwörenden Vollkommenheit vorgetragen werden kann. 
Zwischen diesen magischen Momenten entläd sich die aufgebaute Energie immer wieder in wilder Raserei, gleich einem Meteoriten, der ungebremst auf die Erde zurast - brachial und zerstörerisch. 
GAAHLS WYRD (© by metal-is-forever-alive)
Nach eineinhalb Stunden und einem insgesamt mehr als repräsentativen Querschnitt durch Gaahls Backkatalog (TRELLDOM, GORGOROTH, GOD SEED) endet dieser Abend, nachdem GAAHLS WYRD mit ihrer Show heute Abend mehrfach das Portal zur Anderswelt aufgestoßen haben, mit "Prosperity and Beauty".

Ob es sich bei GAAHLS WYRD um ein dauerhaft angelegtes Projekt, oder nur um eine Etappe auf Gaahls mystischer Reise zum nächsten (musikalischen) Ort handelt, wird die Zukunft zeigen - eines ist jedoch heute schon gewiss: Geschichtsträchtig wird es allemal. (JK)



Anmerkung: Wer dem Gig von GAAHLS WYRD nur deshalb ferngeblieben ist, weil sich Gaahl als homosexuell geoutet hat, hat nicht nur einen sehr guten Konzertabend verpasst, sondern auch den wahren Gedanken hinter dem Black Metal bis heute nicht verstanden. 
Zudem versteckt sich ein jeder, mit dieser Einstellung, hinter den selben moralischen Federn, mit denen sich die katholische Kirche seit Jahrhunderten schmückt. 
Wollt ihr wirklich päpstlicher als der Papst wahrgenommen werden?
Haltet es lieber mit Aleister Crowley, der gesagt hat: "Tu was du willst (als auch sexuell), soll sein das ganze Gesetz!" - mehr ist dem nicht hinzuzufügen!


Samstag, 16. Dezember 2017

SATYRICON / "Deep Calleth Upon Deep" / Label: Napalm Records / 8 Tracks / 43:29 Min

Es muss Herzen geben, welche die Tiefe unseres Wesens kennen und auf uns schwören, selbst wenn die ganze Welt uns verlässt. (Karl Gutzkow)

Dass SATYRICON im Erlebnispark "Black Metal" schon seit geraumer Zeit nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dürfte hinlänglich bekannt sein.
Zu nachhaltig war die Abkehr vom Pfad der schwarzen Künste, der SATYRICON zu Glanzzeiten ("Nemesis Divina", "Dark Medieval Times", "The Shadowthrone") bis ins Pantheon geführt hatte.

In der Folge verdiente man sich dann (zurecht) die Poleposition im Black 'n' Roll. Mit "Volcano" und mit Abzügen auch noch mit "Now, Diabolical" haben SATYRICON auch hier großartige Alben veröffentlicht, mit denen man sich zum einen für neue Zielgruppen öffnete, gleichzeitig aber auch noch die "alten" Hörer bei Stange halten konnte.
Dass die Norweger aber seit dem halbgaren selbstbetitelten Album "Satyricon" in der Szene zwischenzeitlich nur noch als Fehlbesetzung für jede Geisterbahn wahrgenommen wurden, war so unnötig wie ein Kropf, und haben sich SATYRICON in letzter Konsequenz selbst zu zuschreiben.
Zu uninspiriert, zu selten auf den Punkt kommend, zu experimentell ... das 2013er Werk wird mit Sicherheit niemals zu den Meisterwerken von Satyr & Frost gezählt werden, auch wenn es mit "Walker Upon the Wind" und "Tro og Kraft" zwei sehr gute Tracks, sowie mit "Phoenix" eine gelungene Collaboration mit Sivert Høyems enthält.
Auch das Live-Album "Live at the Opera" war alles andere als hilfreich dabei, um verloren gegangenes Terrain wieder zurück zu erobern.
Nun also "Deep Calleth Upon Deep":
Obwohl längst noch nicht alles im Lot ist, hat Satyr seine krankheitsbedingte Zwangspause scheinbar dazu genutzt, den wankenden Riesen SATYRICON zu stabilisieren und ihm neuen Odem einzuhauchen.
Ob die Frischluftzufuhr allerdings für einen zweiten Frühling reichen wird, wird erst die Zukunft zeigen. Für den Moment kann allerdings vermeldet werden, dass "Deep Calleth Upon Deep" ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Vor allem die musikalische Rückbesinnung auf alte (Band-)Werte, wie geschehen bei "Black Wings and Withering Gloom" steht den Norwegern sehr gut zu Gesicht.
Aber auch die, mit stylischen Hochglanz-Schwarz versehenen "To Your Brethren in the Dark", "Deep Calleth Upon Deep" und "The Ghost of Rome", geben Grund zur Hoffnung, dass Satyr & Frost es nochmals wissen wollen.
Der Rest des Albums benötigt Zeit um zu reifen, zudem ein Verständnis für progressive Strukturen, manchmal aber auch starke Nerven, wie z.B. bei "Dissonant".

Fazit: SATYRICON haben sich mit "Deep Calleth Upon Deep" mehr als respektabel aus der Affäre gezogen und den weiteren Wertverfall des ehemaligen Flaggschiffs abwenden können.
Phasenweise kann Album Nr. 9 sogar als zukunfsträchtiger Fingerzeig für die gesamte (moderate) Szene gewertet werden. Massenkompatibel ist "Deep Calleth Upon Deep" deswegen aber noch lange  nicht - und das ist gut so. (JK)

7.5 von 10

https://www.facebook.com/SatyriconOfficial/
https://shop.napalmrecords.com/

METALLIC X-MAS 2017 mit DESTRUCTION / DUST BOLT / PRIPJAT / TOXIC WALTZ / SWEEPING DEATH - 26.12.2017 München / Backstage (Werk)

http://www.backstage.info/